Einheit 2 von 6
Dauer20 Minuten
FormatLesen + Quiz
Quiz5 Wahr/Falsch-Fragen

Einheit 2: Betroffene Personen

Ziele dieser Einheit

Gesetzgebung

Die Gesetzgebung zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ist auf drei Ebenen angesiedelt: international, europäisch und regional (in den Ländern).

Wer ist betroffen?

Sexuelle Belästigung und Belästigung aufgrund des Geschlechts spiegeln oft die sozialen Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern wider. Die Ursachen liegen in den Rollen, die Männern und Frauen in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz zugeschrieben werden.

Studien zeigen: Frauen oder Beschäftigte mit niedrigerem Status sind häufiger von Belästigung betroffen. Das hat viel mit Machtverhältnissen zu tun, in denen sie als Subjekte ohne Macht wahrgenommen werden.

Menschen mit einem niedrigeren Erwerbsstatus, die von anderen abhängig sind, sind einem höheren Risiko ausgesetzt als andere.

Illustration eines sozialen Netzwerks mit verschiedenen Personen und Verbindungen, die soziale Machtverhältnisse darstellen

Beschäftigte finden es in der Regel sehr schwierig, Vorwürfe über sexuelle Belästigung oder Diskriminierung zu erheben. Sie machen sich Sorgen über die Konsequenzen für andere am Arbeitsplatz. Sie fühlen sich verwundbar und haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Häufige Risikoprofile

Das häufigste Profil betroffener Personen ist nicht die junge, attraktive Arbeitnehmerin. Häufig stehen andere Merkmale im Fokus, die auf eine größere soziale Verwundbarkeit hinweisen:

Professionelle Kommunikation mit Betroffenen

Es gibt einige Empfehlungen von Expert:innen, wie man Menschen, die sexuelle Belästigung erfahren haben, beraten kann (Litauisches Zentrum für Menschenrechte, 2019):

1. Informell Kontakt aufnehmen

2. Sicherheitsgefühl stärken

3. Kontrolle wiederherstellen, informieren

4. Nächste Schritte vereinbaren

5. Feedback einholen

Zwei Personen im Gespräch in einer Beratungssituation

Angemessen oder nicht angemessen? Beispiele aus der Praxis

Die folgenden Verhaltensweisen kamen in Beratungssituationen vor. Welche sind angemessen, welche nicht?

Übersicht angemessener und nicht angemessener Verhaltensweisen in Beratungssituationen
Verhalten der beratenden PersonBewertung
Fragte, was die Person während des Vorfalls getragen hat.Nicht ok
Saß die ganze Zeit mit verschränkten Armen.Nicht ok
Schrieb mit der Person mögliche Lösungen für die Situation auf ein Papier.Ok
Paraphrasierte oft, was die Person erzählte.Ok
Fragte, warum die Person dem Belästiger nicht gesagt habe, dass das Verhalten unangenehm sei.Nicht ok
Faltete ständig ein Blatt Papier in den Händen, während die Person sprach.Nicht ok
Fragte nach der Besprechung, ob die Person sich noch einmal treffen oder telefonieren wolle.Ok
Sagte, die Person solle nicht so besorgt sein, der Fall sei keine große Sache.Nicht ok
Sagte, sie/er habe keine Erfahrung mit Fällen sexueller Belästigung und höre zum ersten Mal davon.Nicht ok
Bemerkte: „Es ist keine große Sache, sexualisierte Kommentare anzuhören, da Männer einfach Männer sind."Nicht ok

Quiz: Wer ist betroffen?

Fünf Aussagen zu Hintergründen sexueller Belästigung. Wahr oder falsch?
Frage 1: Sexuelle Belästigung kann nur Frauen betreffen.
Frage 2: Machtverhältnisse sind eine der Hauptursachen für sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.
Frage 3: Menschen mit niedrigerem Erwerbsstatus, die von anderen abhängig sind, sind einem höheren Risiko ausgesetzt.
Frage 4: Menschen, die von sexueller Belästigung betroffen sind, finden es leicht, eine Beschwerde einzureichen.
Frage 5: Eine Frau, die seit kurzem als Ingenieurin in einem hierarchisch männlich dominierten Unternehmen arbeitet, hat ein höheres Risiko, sexuell belästigt zu werden.
Ihr Ergebnis
0 / 5
Quelle: Litauisches Zentrum für Menschenrechte, 2019.